So, zu Ostern gab es im Fernsehen auffallend viele Western und in den Supermärkten werden die Schokoladenhasen per demnächst umgearbeitet und sicherlich als geschmacksgleiche Weihnachtsmänner wieder auftauchen. Bevor also die besinnliche Vorweihnachtszeit eingeläutet wird noch ein schneller Blick in die Ecke "Was macht eigentlich...?". Diesmal ein ehemaliger Spieler vom Pferdeturm, dessen zugegeben recht kurze Zeit im hannoverschen Dress weder auf seiner Seite in der Wikipedia, noch in den I-Net Datenbanken eliteprospects.com, hockeydb.com, eurohockey.net oder rodi-db.de erwähnt wird. Allein das ist schon ein Grund, ihn etwas "zu beleuchten", den anscheinend irgendwie "vergessenen Hannoveraner. Dabei hat er in seiner langen Eishockeykarriere durchaus ordentlich Spuren hinterlassen. Wer mag kann ja `mal schauen, ob und ggf. ab wann einem der Name in den Sinn kommt.
- Er begann seine Eishockeykarriere im Erwachsenenbereich in der nordamerikanischen WHL, war dabei u.a. der Center neben der Legende Mark Recchi und hatte hinter sich Leute wie Darryl Sidor, Scott Niedermayer oder Corey Hirsch. Mit den Kamloops Blazers gewann er den Titel in der WHL und steuerte dazu in dieser Spielzeit schlanke 175 Scorerpunkte (75/100) bei.
- Von den New York Islanders wurde er für die NHL gedraftet und war in dem Jahr in einem Topf mit den Sportkameraden Sundin, Bure, Lidström, Draper, Fedorow und den erst hinter ihm gezogenen Bykov, Malakhov und Irbe. Aber in der NHL spielte er nie.
- Es folgten 4 Spielzeiten und rd. 250 Spiele mit über 250 Punkten in der AHL und ECHL, wo er stets zu den "TOP 3" Scorern seiner Teams gehörte, aber auch bei den Strafzeiten stets immer weit vorne war.
- Er spielete genau 1 Spiel für "Team Canada".
- Die nächsten über 10 Jahre bis zum Karriereende verbrachte er in Europa, in Österreich, England, Deutschland und Italien. Zum ECH in die 2. Liga kam er aus Villach.
- Einen gewissen Greg Thomson kannte er aus gemeinsamen Besuchen im Fitnesstudio in Calgary. Und wie bei Greg gab es iwann auch den dt. Pass. Bei ihm wg. des Großvaters aus Bayern.
- In Deutschland spielte er die kurze Zeit für den ECH und weitere 4 komplette Spielzeiten in der 2. Liga, holte dabei 2 Meistertitel und spielte u.a. mit Jan Hemmes und Sven Gerbig in einem Team.
- 4 Spielzeiten spielte er in der DEL und wurde in dieser Zeit im Team mit Christian Künast Dt. Meister.
- Seine Karriere beendete er in der Oberliga, u.a. in Spielen gegen Kondelik & Co.
Der in den Internetdatenbanken vergessene Hannoveraner ist gebürtiger Kanadier und hört auf den typisch nordamerikanischen Namen Huber. Der Huber Phil kam im Oktober 1993 zum ECH und war mit einem 6-Wochen-Vertrag ausgestattet die Krankheitsvertretung für den mit einem Muskelfaserriss verletzten Moe Lemay. Btw: Die schon damals stets punktgenau recherchierende
Eishockey News 
hatte kurz zuvor vermeldet, dass NHL-Haudegen Walt Poddubny der neue Mann am Pferdeturm sein würde. Sein Debüt gab Phil Huber im Heimspiel gegen Iserlohn, wo er im Sturm neben Holger Mix und Mark Maroste eingesetzt wurde, einen Treffer vorbereitete und das entscheidende Tor zum 6:5 Endstand selber schoss. Sodann titelte eine Sportzeitung gleich mit der großen Kelle: "Huber kam, sah und siegte". Wenige Tage danach verletzte sich dann M.Maroste und musste durch die nächste kanadische Krankheitsvertretung, Murray Eaves, ersetzt werden. Für den ECH machte Phil Huber lediglich 5 Spiele und verschwand nach dem Auslaufen des Vertrages wieder einstweilen nach Nordamerika. Eine nur kurze Zeit hier am Turm. Aber für P.H. sicherlich der "Dosenöffner" für die in D-Land später folgenden Spielzeiten. Sein Trikot mit der "9" bekam Dezembertransfer Thomas Werner, der - das waren noch Zeiten - für eine Leihgebühr von 5.000 DM und ein sog. Vorkaufsrecht zur nächsten Saison i.H. von 80.000 DM aus Berlin an den Turm gewechselt war. Das schon im Vorgriff auf die anstehende nächste Saison in der neu geschaffenen DEL, wo die damaligen Offiziellen des ECH öff. verkündeten froh zu sein, dann in einer Liga ohne Auf- und Abstieg spielen zu können und damit die notwendige "langfristige Planungssicherheit" zu haben. Was das dann geholfen hat, die nächste Pleite zu vermeiden, wissen wir.
Und was macht Phil Huber jetzt? So abschließend genau weiß ich das natürlich nicht. Gesichert ist aber, dass er wieder zurück nach Kanada in seine Heimatstadt Calgary ist, höchst wahrscheinlich einen Job in der Ölindustrie hat und auch noch Eishockey spielt. Und damit gleitet die Sache tief hinab in die scheinbar unendlichen Tiefen & Weiten des Eishockeysports.
Phil Huber spielt mit seinen jetzt auch schon 43 Jahren noch im Amteurbereich Eishockey. Genauer gesagt für das Team
TRAC / Hunting Energy Servicesin der
Champ Division der
RMPHL (Rocky Mountain Petroleum Hockey League) 
, einer - man ahnt es - Amateurliga mit sagen wir `mal Betriebssportmannschaften. (Ein User hier im Forum wird vielleicht mit dem auch in der Liga spielenden Team
Ensign / Weatherford etwas anfangen können und vielleicht überlegen, ob man i.S. Merchandising nicht was machen könnte.

)
"Amateure, Hobbytruppen aus dem Betriebssport - Alles Pillepalle!" könnte man hier jetzt denken. Vorsicht! Ein Blick in die Spielerkader lohnt sich durchaus und vielleicht können einige hier mit ein paar Namen etwas anfangen. Allein aus Deutschland kennt man nicht nur Phil Huber. Da hätten wir z.B. noch: Paul Cabana, Tom Coolen (der dort nicht trainert, sondern stürmt), René Corbet, Max Cousins, Cory Cross, Colin Forbes, Quinn Hancock, Matt Higgins, Todd Holt, Ben Knopp, Brad Mehalko, Guy Phillips, Jeff Shantz, Jeremy Stasiuk, Damian Steiert, Ken Sutton und den hier im Ländle auch nicht unbekannten Topscorer der diesjährigen Play-Offs in der RMPHL, Mike Green. Natürlich alles durchweg leicht ältere Herren. Aber wesentlich jüngere Spieler hat die Liga durchaus auch. Häufig Spieler, die nach ihrer Zeit in Collegeligen in den Job abgebogen sind und dann auch noch Spieler mit Referenzen aus den NA-Minors AHL, ECHL und auch der NHL. Ein All-Star Team aus der Liga könnte einem dt. Zweitligisten sicher erhebliche Probleme bereiten. Zwei "bunte Vögel" gibt es aus der NHL-Ecke: Greg Johnson; der langjährige Käptn der
Nashville Predators hatte anscheinend nach 12 Jahren in der NHL keine Lust mehr als Center herum zu rennen und ist als Goalie lizensiert. Und dann noch
Dave "Tiger" Williams, dem "Opi" der Liga und ein Mann direkt aus den Eishockey-Geschichtsbüchern. Bei diesem Namen kommt man fast unweigerlich zu den interessanten Strafzeitenregeln in der Petroleum-Liga: Die 4. kleine Strafe im Spiel führt automatisch zum Spielausschluss. Und wer sich in einer Saison 40 Strafminuten fängt, muss ein Spiel aussetzen. Bei 50min sind es schon 3 Spiele und bei 60min ist Saisonende.
Phil Huber wurde mit seinem Team Vizemeister und machte in 22 Spielen 32 Punkte (15/17) bei eigentlich friedlichen 16 Strafminuten. Soweit zum "statistisch verschollenen" ehemaligen Pferdetürmler.